Stellungnahme Meppen

Stellungnahme der Fanszene des VfB Oldenburg zu den Vorkommnissen rund um das Spiel gegen den SV Meppen

Wir als Fanszene äußern uns kritisch zu den Vorkommnissen und der Stellungnahme des VfB Oldenburg zum Derby gegen den SV Meppen. Diesbezüglich kommentieren wir einige Punkte aus der Derby-Bilanz des Vereins und stellen sie aus unserer Perspektive dar:

1. Einlasskontrollen:

„Es gab die Maßgabe, sehr genau zu kontrollieren und die wurde durch unseren Sicherheitsdienst auch umgesetzt. Als dann das Spiel begonnen hatte, vor den Eingängen aber noch immer sehr viele Fans standen, musste das Gefährdungspotenzial abgewogen werden und wir haben im Rahmen der Möglichkeiten reagiert.“
Grundsätzlich können wir Einlasskontrollen nachvollziehen. Diese müssen aber in einem Rahmen stattfinden, indem die Würde der Fans geachtet wird. Das heißt, dass es nicht sein darf, dass Dauerkartenbesitzern in die Hose oder einigen weiblichen Fans unter den BH gegriffen wird.
Des Weiteren sind die strengen Kontrollen zu Beginn unserer Meinung nach ad absurdum geführt worden, als mit näher rückendem Anpfiff immer nachlässiger kontrolliert wurde. Hier stellt sich für uns die Frage der Verhältnismäßigkeit. Interessant ist es auch, dass anscheinend kein Konzept existiert, nach dem der Sicherheitsdienst entscheidet, wer ein potenzielles
Gefährdungspotenzial mit sich bringt und wer nicht. Insbesondere die Gruppe, die im späteren Verlauf der Stellungnahme des VfB Oldenburgs als „Gefährderkreis“ betitelt wird, wurde im Gegensatz zu vielen älteren Menschen und Kindern nicht kontrolliert.
Hier fordern wir eine Sensibilisierung bzw. professionelle Schulung des Sicherheitsdienstes.

2. Verstoß gegen die Stadionordnung (Kleidung mit rechtsextremen Symboliken)

„Zu den Kritikpunkten, die an den VfB herangetragen worden sind und die seriös aufgearbeitet werden, zählen auch Verstöße
gegen die Stadionordnung, etwa beim Thema verbotener Bekleidung. „Dieses Thema ist uns bewusst. Wir haben darüber auch
nicht hinweggesehen, sondern situativ und nach Rücksprache mit den Ordnungskräften entschieden. Die betroffenen Personen
waren einem Gefährderkreis zuzurechnen, so dass wir mit Blick auf die Situation eine Eskalation vermeiden mussten“, so
Herrnberger weiter. Gemeinsam mit der Polizei müsse man hier an Lösungen arbeiten, betont der Geschäftsführer.“

Was hier lapidar als Verstoß gegen die Stadionordnung aufgrund des Tragens verbotener Kleidung bezeichnet wird, muss klar benannt werden. Der VfB hat in Rücksprache mit den Ordnungskräften Personen, die klar der rechten Szene zuzuordnen und dem VfB Oldenburg bereits früher negativ aufgefallen sind, ins Stadion gelassen. Das, obwohl es in mehreren Punkten der Stadionordnung und dem Leitbild des VfB Oldenburg widerspricht. Das, obwohl vor dem Spiel auf das Leitbild und die Stadionordnung hingewiesen und sogar damit geworben wurde.

Dies ist ein Verhalten, welches die jahrelange antirassistische Arbeit der Oldenburger Fanszene zunichtemacht. Besonders die Begründung, warum die Gruppe um diese Personen ins Stadion gelassen wurde, hat uns schockiert. Durch diese Praxis wurde ein fatales Zeichen gegeben. Solange eine Personengruppe nur als gefährlich genug eingeschätzt wird, kann sie damit rechnen, dass sie ins Stadion gelangt – paradoxerweise, um Eskalationen zu vermeiden. Diese kurzfristig gedachte Vorgehensweise schuf im Stadion nicht nur Bedrohungsszenarien für aktive Mitglieder der Fanszene, sondern auch eine negative Atmosphäre im Stadion für alle Zuschauenden. Generell war es gegen den Anspruch gerichtet, dass alle Menschen jeglicher ethnischer Herkunft, Sexualität oder Religion beim VfB Oldenburg willkommen sind und sich wohlfühlen können. Gerade angesichts früherer Vorfälle in dieser Saison, bei denen die Stadionordnung aufs Genaueste ausgelegt wurde und sogar innerhalb einer Woche geändert werden konnte, erscheint uns der aktuelle Umgang als sehr fragwürdig.

Die Thematik der sog. „Gefährdergruppe“ wurde laut eigener Bilanz situativ entschieden. Für uns eine euphemistische Umschreibung für unvorbereitet und unprofessionell, wenn bedacht wird, dass im Vorfeld mit 7000 Zuschauenden gerechnet wurde. Außerdem war die Situation im Vorhinein bekannt, da die Polizei die Gruppe mit Gefährdungspotenzial schon weit vor dem Spiel in der Wallstraße lokalisiert und begleitet hat. Die Rücksprache mit dem Ordnungsdienst erwies sich aus unserer Sicht ebenfalls als nicht hilfreich. Einige Kräfte des Sicherheitsdienstes waren bekannt mit Personen aus der Gruppe derGefährder. Hinweise auf verbotene Symboliken wurden ignoriert.

Hier nehmen wir die Verantwortlichen des VfB Oldenburgs in die Pflicht, den Dialog mit dem Sicherheitsdienstleister, der Polizei und ggf. weiteren Professionellen, die mit der Thematik vertraut sind, zu suchen. Außerdem legen wir den Verantwortlichen, in diesem Kontext, nahe, sich ebenfalls über die Doppelfunktion des Sicherheitsbeauftragten Gedanken zu machen. Die Zusammenarbeit mit Fanbeauftragten, deren Ämter zu unserem Ärgernis seit Anfang dieses Jahres nicht besetzt sind, zählt für uns zu einem der wichtigsten Punkte im Bereich der professionellen Kommunikation zwischen Vereinsverantwortlichen und Fans.
Wir fordern den VfB Oldenburg dazu auf, gemeinsam erarbeitete Leitlinien einzuhalten und das Verbot rechter Kleidung durchzusetzen und sich nicht nur damit zu rühmen, ein tolles Leitbild zu haben.

Für uns ist das Leitbild nämlich keine hilfreiche Marketingstrategie, sondern unsere Überzeugung!

Fanszene Oldenburg

Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz

Am 27. August 1943 wurde Leonard Hirschtick – Mitbegründer des VfB Oldenburg- von den Nazis in Auschwitz ermordet. Dies nehmen wir vom 02. bis 06. Juni 2017 als Anlass für eine gemeinsame Gedenkstättenfahrt nach Oświęcim in Polen zu dem ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz.
Unser Programm:

Unser Programm umfasst die Besichtigung der Stadt Oświęcim (u.a. jüdischer Friedhof und Synagoge) sowie die Besichtigungen des Stammlagers (Auschwitz I) und Auschwitz Birkenau (Auschwitz II). Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zum Besuch ausgewählter Ausstellungen. Abends wird Gelegenheit und Raum geboten für eine Reflexionsrunde. Am letzten Tag erfolgt ein Besuch der Stadt Krakau mit einem individuelll auf die Thematik abgestimmtem Programm.

Teilnahmebedingungen:

Teilnehmen können alle VfB Oldenburg Fans ab 18 Jahren sowie weitere Interessierte (Minderjährige benötigen eine schriftliche Erlaubnis ihrer Eltern)

Reisekosten:

Die Reisekosten beinhalten An- und Abreise, Transferkosten, Unterbringung in Dreibettzimmern in einer Jugendunterkunft im Zentrum von Oświęcim sowie Verpflegungskosten (Frühstück und eine warme Mahlzeit). Für die individuellen Programmpunkte fallen ggf. zusätzliche Kosten an.

Die Hälte der Reisekosten übernimmt VfB für Alle e.V. Die restliche Eigenbeteiligung liegt bei 250 Euro pro Person. Schüler*innen, Studierende und Arbeitssuchende zahlen 200 Euro. Die Bezahlung soll bis spätestens 01. Mai erfolgen. Es besteht die Möglichkeit, den Betrag in Raten zu zahlen.

Anmeldung:

Für die Fahrt müsst ihr euch verbindlich über info@vfbfueralle.de anmelden.Hierfür benötigen wir folgende Daten von euch:

-Vor- und Nachname
- Anschrift
- Geburtsdatum
- Emailadresse
- Handynummer

Da die Plätze für die Gedenkstättenfahrt begrenzt sind, geben wir euch nach eurer Anmeldung noch eine Rückmeldung, ob eure Anmeldung erfolgreich gewesen ist sowie weitere Informationen zum Programm und den Zahlungsbedingungen.

Für Rückfragen stehen wir euch gerne zur Verfügung. Wir freuen uns auf Eure Anmeldungen.

Spendenaufruf Gedenkstättenfahrt

Mit der diesjährigen Aktionswoche und den damit einhergehenden Veranstaltungen sowie der themenbezogenen Choreografie haben wir unseren Fokus verstärkt auf das Thema Nationalsozialismus und Antisemitismus gerichtet. Es soll den Startpunkt bilden zu einer tiefergehenden Auseinandersetzung mit dem Thema, insbesondere in Hinblick auf die NS Vergangenheit des VfB Oldenburg.
In Anbetracht dessen, dass VfB Gründungsmitglied Leonard Hirschtick am 27. August 1943 von den Nazis in Auschwitz ermordet wurde, beabsichtigen wir (insbesondere für die jüngeren Fans unter uns) in den Osterferien des kommenden Jahres eine fünftägige Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz inklusive professioneller Begleitung anzubieten. Auch 70 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz zeigen aktuelle politische Ereignisse, wie wichtig es ist, das tagespolitische Geschehen in einen historischen Kontext zu setzen und aus der Vergangenheit heraus Verantwortung zu erkennen und wahrzunehmen.
Die Gesamtkosten der Gedenkstättenfahrt werden sich auf insgesamt auf ca. 10.000 Euro belaufen.  Einen Teil der Kosten werden wir als gemeinnütziger Verein übernehmen. Einen anderen Teil versuchen wir über Spenden abzudecken, damit der Eigenanteil für die Teilnehmenden nicht allzu hoch ausfällt. Wir möchten alle VfB Fans sowie alle anderen, denen etwas an unserer Arbeit gelegen ist, darum bitten, unser Vorhaben finanziell zu unterstützen. Um planen zu können, benötigen wir die Spendeneingänge bis spätestens zum 15. Dezember diesen Jahres.
Es gibt zwei Möglichkeiten, zu spenden:
1. Ihr überweist einen Betrag eurer Wahl mit dem Betreff „Förderung Gedenkstättenfahrt“ auf das unten genannte Konto
2.Ihr überweist 150 Euro und unterstützt mit eurer Spende eine Person unter 18 Jahren bzw. mit geringen Einkommen (Betreff “Unterstützung Gedenkstättenfahrt“)
Wir danken für euren Spendenbeitrag auf das folgende Konto:
VereinsfußBall fürAlle e.V.
IBAN: DE91 2806 1822 3886 0988 00
BIC: GENODEF1EDE
Eine Spendenbestätigung (Zuwendungsbescheinigung) kann euch ausgestellt werden, wenn ihr uns dies entsprechend per Mail (info@vfbfueralle.de) mitteilt.